Warum Interim Management?
Insights · Interim Management
Warum Interim Management?
Führung auf Zeit ist keine Notlösung für unbesetzte Stellen, sondern eine unternehmerische Entscheidung: Sie kauft Wirkung statt Kapazität, Erfahrung statt Einarbeitung und ein definiertes Ende statt einer dauerhaften Fixkostenposition.
Was Interim Management eigentlich ist
Ein Interim Manager übernimmt eine Führungsposition auf Zeit — mit Weisungsbefugnis, Ergebnisverantwortung und einem vorher vereinbarten Enddatum. Das unterscheidet ihn von der klassischen Unternehmensberatung: Beraten wird empfohlen, im Interim-Mandat wird entschieden und umgesetzt. Und es unterscheidet ihn von der Festanstellung: Das Mandat endet, wenn die Aufgabe erledigt ist.
Der DACH-Markt für Interim Management hat sich auf einem Volumen von rund drei Milliarden Euro stabilisiert. Österreich trägt daran einen kleineren, aber eigenständigen und wachsenden Anteil — derzeit befeuert durch eine spürbare Restrukturierungswelle im heimischen Mittelstand.
Die fünf Gründe, aus denen Unternehmen sich dafür entscheiden
1. Geschwindigkeit
Die Besetzung einer Geschäftsführungs- oder Bereichsleitungsposition dauert in Österreich regelmäßig sechs bis neun Monate — Suche, Auswahl, Kündigungsfrist, Einarbeitung zusammengerechnet. Ein Interim Manager ist in Tagen bis wenigen Wochen im Haus und trifft ab der zweiten Woche Entscheidungen. In einer Krisensituation ist dieser Zeitunterschied nicht komfortabel, sondern existenziell.
2. Kein Fixkostenrisiko
Ein zeitlich begrenztes Problem rechtfertigt selten eine dauerhafte Position. Der Tagessatz eines Interim Managers wirkt im direkten Vergleich mit einem Monatsgehalt hoch — er enthält jedoch keine Lohnnebenkosten, keine Abfertigung, keine einsatzfreien Zeiten und keine Verpflichtung über das Mandat hinaus. Gerechnet wird nicht Gehalt gegen Tagessatz, sondern Gesamtkosten gegen Gesamtwirkung über die Laufzeit.
3. Erfahrung, die intern nicht vorhanden ist
Einen Carve-out führt man im Mittelstand vielleicht einmal. Eine Sanierung idealerweise nie. Eine KI-Einführung hat in den meisten Häusern noch niemand zu Ende gebracht. Genau für diese einmaligen, hoch riskanten Vorhaben ist es unwirtschaftlich, Kompetenz intern aufzubauen — und teuer, sie nicht zu haben.
4. Neutralität
Interne Führungskräfte haben Geschichte im Haus: Loyalitäten, alte Konflikte, Karriereinteressen. Wer eine Bereichsstruktur zusammenlegen oder ein Lieblingsprojekt beenden muss, tut das von außen leichter — und glaubwürdiger. Der Interim Manager kann Entscheidungen treffen, die intern niemand treffen will, und er bleibt nicht als Person daran hängen.
5. Ein definiertes Ende
Das Mandat hat ein Enddatum. Das erzeugt Tempo auf beiden Seiten und verhindert das, was viele Unternehmen von externer Unterstützung fernhält: die stille Verlängerung, die nie aufhört. Gute Interim-Arbeit macht sich selbst überflüssig.
Wann es nicht die richtige Wahl ist
Interim Management ist kein Ersatz für eine fehlende Strategie und kein Instrument, um eine unpopuläre Entscheidung auszulagern, die die Eigentümer selbst treffen müssten. Wenn der Auftrag lautet „schauen Sie mal“, fehlt die Grundlage. Ein Mandat braucht ein benennbares Ziel, eine Frist und jemanden im Haus, der die Entscheidung mitträgt.
Ebenso wenig sinnvoll ist es, ein Mandat als dauerhafte Personalersatzlösung zu betreiben. Wer die Position langfristig braucht, sollte sie besetzen — der Interim Manager überbrückt in diesem Fall nur und baut idealerweise den Nachfolger mit auf.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Echte Linienerfahrung — hat die Person selbst Verantwortung getragen oder immer nur beraten?
- Passung zur Unternehmensgröße — Konzernerfahrung allein löst im 300-Personen-Betrieb wenig.
- Klarheit im Erstgespräch — wer bereits dort das Ziel und die Kennzahlen schärft, wird es im Mandat auch tun.
- Ein Plan für die Übergabe — ab wann und an wen wird übergeben? Wer das erst am Ende klärt, klärt es nie.
- Bereitschaft abzusagen — wer jedes Mandat annimmt, prüft die Passung nicht.
Mehr dazu, in welchen konkreten Situationen sich ein Mandat rechnet und welche Branchen besonders davon profitieren.
Passt das auf Ihre Situation?
Ein Erstgespräch dauert eine halbe Stunde, ist vertraulich und verpflichtet zu nichts.